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Neue Westfälische, Lokale Kultur,
Nr. 17, Freitag, 21. Januar 2005
Ganz normale "Menschenbilder"
Paderborn (rom). Bilder von psychisch kranken Menschen sind in
der Kunst schon lange etabliert. Berühmte Maler wie Picasso,
Paul Klee oder Max Ernst haben sich von ihnen inspirieren lassen.
Wer nun erwartet, auf diesen Bildern gemalte Wahnvorstellungen vorzufinden,
den "Aufschrei der gequälten Seele", der liegt gründlich
daneben.
Im Kreuzgang der Städtischen Galerie am Abdinghof sind jetzt
Portraits, Landschaften, Abstraktes und Stilleben zu sehen, die
aus einem Kunstkurs der Uni stammen könnten oder aus irgendeinem
der zahlreichen Paderborner Kunstzirkel.
Entstanden sind die Werke jedoch im Haus der Sozialpsychiatrischen
Initiative Paderborn. Schon seit mehreren Jahren führt die
Ergotherapeutin und Malerin Ida Peitz die psychisch kranken Menschen
an die Kunst heran.
Circa 20 Personen zählen zu der Gruppe - fünf davon regelmäßig
und seit langer Zeit. Ihre Bilder sind jetzt im Kreuzgang zu sehen.
An den grell-bunten Pop-Art Möbeln aus Papmaché haben
alle 20 Künstler mitgewirkt. Jeder hat einen Teil hinzugefügt,
ohne festen Plan, bis alle einig waren: jetzt ist es fertig.
Die anderen Arbeiten sind sehr individuell geprägt: Ruhige
fließende Aquarell-Landschaften. Grobe, etwas düstere
Gesichter, die noch am ehesten den Gedanken an psychische Hintergründe
aufkommen lassen. Eine Künstlerin eifert im Stil dem großen
Vorbild Edgar Degas nach - und das gelingt ihr sehr gut.
Ida Peitz malt mit ihrer Gruppe nicht aus therapeutischen Gründen
(die gemalten Wahnvorstellungen gibt es durchaus auch in der Therapie),
sondern um des Malens willen.
Einen therapeutischen Effekt erzielt die Beschäftigung mit
der Kunst aber immer: Sie ermöglicht dem psychisch Kranken
eine Auseinandersetzung, eine Begegnung mit sich selbst und sie
gibt ihm die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Auch diese
Aspekte lassen kaum einen Unterschied zur Arbeit und Motivation
eines "normalen" Künstlers erkennen.
Westfälisches
Volksblatt - 21. Januar 2005
Mit Farben aus der Dunkelheit
Dass Kunst mit dazu beitragen kann, aus psychisch kranken Menschen
zumindest für einige Stunden auch fröhliche und kreative
Naturen zu machen, das zeigt eine Ausstellung, die noch bis zum
28. März 2005 im Kreuzgang der Städtischen Galerie in
Paderborn zu sehen ist.
Unter Leitung der Ergotherapeutin und Malerin Ida Peitz entstanden
die farbenfrohen und fantasievollen Arbeiten in den Kunstkursen,
die von der Sozialpsychiatrischen Initiative Paderborn e.V. schon
seit einigen Jahren durchgeführt werden.
Hier haben sich die Teilnehmer zu ihren bunten Werken inspirieren
lassen. Entstanden sind aquarellierte Landschaften und Portraits,
abstrakte Arbeiten und Stilleben.
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